Beim Einsatz von Körperschmuck orientieren sich die beiden Piercer Thilo und Willy nicht nur an den entsprechenden Kundenwünschen. Einschätzungen der jeweiligen individuellen Körperbeschaffenheit stellen sie dem Piercen voran.
Natürlich sind manchmal Kompromisse an Schmuckart oder Körperstelle erforderlich, um nicht ganz vom Piercing abzuraten.
Es gehört zu unserer Auffassung von Seriosität, vorhersehbare Risiken zu benennen. Unsere Kunden sollen die Möglichkeit haben, selbst "Nein" sagen zu können.
Erklärungen zu Schmuckarten und Trageeigenschaften gehen dem direkten Piercing-Vorgang ebenso voraus wie die Behandlungshinweise für einen optimalen Heilerfolg. Dazu erhält jeder ein Merkblatt, das noch einmal alles Gesagte zum Nachlesen in Ruhe zu Hause enthält.
Stelle deine Fragen, bevor Du Dich in den Piercing-Raum begibst und dem Piercing zustimmst. NEW SKIN garantiert für steriles Arbeiten. Das betrifft Schmuck, Instrumente, Raumbedingungen und Handgriffe der Piercer.
Dem Wunsch nach örtlicher Betäubung entsprechen wir gemäß gesetzlichen Vorschriften.
Grad 23 Titan
Titan ist das Wundermaterial des Technologiezeitalters mit einer Vielzahl von faszinierenden Eigenschaften (in unzähligen Formen).
Aufgrund von 3 Hauptcharakteristika löst Titan mehr und mehr rostfreies Edelstahl als meist verlangtes Metall in der Piercing-Industrie ab. Es ist um die Hälfte leichter als Stahl, kann anodisiert werden (bietet also ein weites Spektrum an Oberflächenfarben) und ist nickelfrei (Voraussetzung für die Eignung als Ersteinsatzschmuck), doch nicht alle Grade von Titan kommen als Material für Piercingschmuck in Frage.
NEW SKIN setzt Titanlegierungen der Bezeichnung Ti6AL 4V Eli (grade 23 surgical titanum) ein, weil diese Qualität ein international anerkannter Standard fürImplantationszwecke ist. Diese Legierung ist auch anerkannt bei der Internationalen Standardorganisation in der Schweiz und der ASTM in der USA. Herzklappen, Schrittmacher und Prothesen werden aus Titan Grad 23 hergestellt und sind erfolgreich in Millionen von Menschen implantiert worden. Seine Biokompatibilität ist international anerkannt. Grad 23 Titan hat den Präfix "F" in der ASTM (F-136). Dies bedeutet, dass es den höchsten Status bei medizinischen Materialien hält. Momentan existiert keine höhere Qualifikation.
Die Oberflächenbeschaffenheit des Materials ist von immenser Wichtigkeit bei körperinternen Anwendungen. Titan mit grober Oberfläche wird bei dentalen Rekonstruktionen verwendet, da es sich ohne weitere Beschichtung mit dem Knochen "verbindet". UNPOLIERTES TITAN DARF NICHT FÜR PIERCINGS BENUTZT WERDEN! Unpoliertes, schlecht poliertes oder Titan mit rauher Oberfläche kann beim Körpereinsatz beachtliche Probleme mit sich bringen. Der zahnmedizinische Standard kann nicht ohne weiteres für den körpereindringenden Einsatz übernommen werden (es sollte keine Reaktion des Metalls und des Gewebes vorkommen). Grade 23 Titanum verfügt über eine Oxydschicht, die beinahe dreimal so stark ist, wie bei Titan des Grad 1. Durch diese Oxydbeschichtung wird das Material passiver und korrosionsresistenter.
Vorsicht bei Schmuck, bei dem das Material nur als Titan bezeichnet wird, eine Spezifikation sollte immer angegeben werden. NEW SKIN verwendet G23 Titanum für seinen Körperschmuck, da es über eine bewiesene Körperverträglichkeit verfügt, also sicher und beständig ist. Alle Schmuckartikel verfügen durch die Ti-Glo Glanzpolitur über eine optimierte Oberflächenstruktur.
Einige Studios bieten Grad 1 Titan Körperschmuck aufgrund des niedrigen Materialpreises an. Anerkannte medizinische Studien (Spectochemische Analyse) zeigen, dass das Gewebe in Kontakt mit G1 Titan permanent geschwärzt werden kann aufgrund der niedrigeren Härte und geringeren Abriebfestigkeit des unlegierten Materials. Grad 23 Titan ist eine fortschrittliche und hochwertige Titanlegierung, mit Materialkosten bis zu 100% höher als die von kommerziellen Titanlegierungen (Grade 1-4).
Die hier geschilderten Gründe sind neben anderen ausschlaggebend dafür, dass NEW SKIN Grad 23 Titan verwendet und auf billigere und minderwertige Alternativen verzichtet.
PTFE (Polyetrafluorethylen)
PTFE(Polyetrafluorethylen) ist ein erstaunlich inaktives Material mit einer exzellenten Biokompatbilität. PTFE ist ein thermoplastischer Kunststoff, welcher sich hervorragend aufgrund seiner Eigenschaften zum Piercen bzw. zum dauerhaften Tragen unter der Haut eignet.
PTFE hat ein äusserst antiadhäsives Verhalten, d.h. seine Oberfläche ist sehr glatt und gleitfähig, dass fast keine Fremdsubstanz (beim Piercen z.B. Wundsekret) daran kleben bleibt. PTFE wird nicht angegriffen durch aggressive Chemikalien (z.B. wichtig beim Einsatz in Schleimhäuten). Es zeigt beim Kontakt mit den meisten Chemikalien keine Veränderungen. PTFE wird in der Medizin auch häufig für kleine Gesichtskorrekturen nach Unfällen, Mittelohroperationen und für Ersatzblutgefässe (Venen) benutzt. PTFE ist ein idealer Werkstoff für den Einsatz beim Piercen, es ist flexibel, leichtgewichtig und lässt keine Entzündung entstehen.
PTFE ist verwendbar bei Temperaturen von -200°C bis +260°C und lässt sich somit auch sterilisieren.
NEW SKIN verwendet dieses Material gern bei Labrets an, da die Schädigung des Zahnfleisches und Zahnschmelzes weitgehendst vermieden wird.
Ohrloch-Pistole

Die Ohrloch-Pistole ist ein Instrument das in den 60er Jahren gefertigt wurde um das Markieren von Kuhohren einfacher und schneller zu gestalten. Die heute an Menschen angewandten Modelle sind nur leicht verändert worden und sind aus mehreren Gründen nicht für das Piercen geeignet. Besonders genannt sei an dieser Stelle, dass die Pistole sich nicht sterilisieren lässt (Teile sind aus Plastik, diese würden z.B. im Autoklaven schmelzen) und dass durch den Mechanismus des "Schiessens" kein genauer Einfluss auf den Winkel des Piercings genommen werden kann. Daher raten wir grundsätzlich von dem Einsatz einer Ohrloch-Pistole für Piercings ab.
Anti-Tragus

Das Anti-Tragus Piercing wird direkt gegenüber vom Tragus in die untere Körperfalte, die direkt über dem Ohrläppchen sitzt, gesetzt.
Ausheilung: 3-6 Monate (beim gestochenen)
Augenbrauen Piercing

Das Piercing der Augenbraue wird meist am äusseren Ende der Braue gestochen und kann sowohl vertikal als auch horizontal gestochen werden.
Zu beachten ist bei diesem Piercing, das während der Abheilung keine Schminke, Haarspray oder Reinigungsmilch an/in den Stichkanal kommt.
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Äussere Ohrmuschel

Dieses Piercing wird in die äussere Ohrmuschel gestochen.
Ausheilung: 3-6 Monate
Bridge

Das Bridge-Piercing (auch ERL genannt) wird am oberen Ende des Nasenrückens in die Hautfalte über dem Nasenbein zwischen den Augen angebracht. Die Plazierung dieses Piercings ist nicht immer leicht, da es sehr auf das Gesicht abgestimmt werden muss um nicht schief oder krumm zu wirken. Die zu piercende Stelle muss so gewählt sein, dass das Sichtfeld nicht eingeschränkt wird.
Ausheilung: ca. 4-6 Wochen
Brustwarzen-Piercing

Das Brustwarzen-Piercing wird meist horizontal oder vertikal gestochen, kann jedoch beliebig ausgerichtet sein. Das Brustwarzenpiercing (meist bei Männern) wird auch gerne gedehnt und entgegen der oft geäusserten Befürchtung führt ein Brustwarzen-Piercing bei der Frau nicht dazu, dass sie später kein Kind mehr stillen kann. Dieses Piercing birgt wie alle Piercings Risiken und Potential für Komplikationen, ist in der Regel aber unproblematisch.
Die Ausheilung ist meistens langwieriger, da durch den direkten Textil-Kontakt und viel Bewegung das Piercing kaum zur Ruhe kommt.
Ausheilung: 2-6 Monate
Bauchnabel-Piercing

Schon im alten Ägypten war das Bauchnabel-Piercing ein Zeichen königlicher Herkunft und auch nur den Adligen vorbehalten. Das Bauchnabel-Piercing wird üblicherweise in die Hautfalte, die den Bauchnabel umgibt, oberhalb oder unterhalb des Nabels gestochen und sitzt vertikal. Die am meisten verbreitete Variation ist am oberen Rand. Nie sollte man den Nabel selbst piercen!
Es gibt noch eine weitere Variante, in der das Piercing horizontal durch die den Bauchnabel umgebende Hautfalte gestochen wird, diese Art des Bauchnabel-Piercings ist allerdings anfälliger für Komplikationen.
Ausheilung: bis zu 3 Monaten
Cheek-Piercing

Das Cheek-Piercing wird seitlich des Mundes in die Wange gestochen, oft an der Stelle wo die gepiercte Person ein Grübchen hat.
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Daith Piercing

Das Daith Piercing wird durch die Knorpelbrücke im Inneren der Ohrmuschel gestochen.
Das Piercing an sich ist nicht so leicht zu stechen, sollte aber für einen erfahrenen Piercer kein Problem darstellen.
Ausheilung: bis 3 Monate
Frenum

Ein sehr beliebtes Intimpiercing bei Männern. Es wird etwas unterhalb des Vorhautbändchens gestochen um eventuelles Ausreissen des dünnen Bändchens zu vermeiden. Das Durchstechen der dünnen Haut ist sehr unkompliziert und heilt sehr schnell ab. Es ist als Intimpiercing für Einsteiger sehr zu empfehlen.
Ausheilung: 2-4 Wochen
Hafada Piercing

Das Hafada Piercing (auch Scotal-Piercing) ist ein Intimpiercing des männlichen Hodensacks. Die Ausheilung ist teilweise langwierig, da das Piercing an dieser Stelle kaum zur Ruhe kommt.
Ausheilung: 6-8 Wochen
Helix

Das Helix-Piercing wird durch den äusseren Knorpelrand des Ohrs gestochen. Es wird praktisch vom "normalen" Ohrloch bis oben herum zu der Stelle gestochen, wo der Knorpelrand zur Brücke (Daith-Piercing) wird.
Ausheilung: 3-6 Monate
Industrial

Beim Industrial-Piercing wird ein Schmuckstück (langer Barbell) durch zwei gestochene Löcher getragen. Es besteht also praktisch aus zwei Helix Piercings.
Es ist ratsam zuerst mit einem einfachen Helix zu beginnen und nach Abheilung genau zu sehen zu welcher "Gegenstelle" der Kanal führt und dann den zweiten Helix stechen und per langem Stab zum Industrial zu machen.
Ausheilung: 3-6 Monate
Klitoris Vorhaut Horiz.

Dieses Piercing wird horizontal durch die Klitorisvorhaut gestochen. Als Schmuck wird ein kleines BCR eingesetzt, der so gewählt werden sollte, dass die Kugel direkt auf der Klitoris liegt.
Ausheilung: ca.2 Wochen
Klitoris Vorhaut Vert.

Dieses Piercing wird vertikal durch die Klitorisvorhaut gestochen. Der Schmuck übt bei dieser Variante duch den direkten Kontakt zur Klitoris einen intensiven Reiz aus.
Während die meisten Frauen dieses Gefühl geniessen, ist es einigen durch die Dauerpräsenz unangenehm.
Ausheilung: ca 2 Wochen
Labret Piercing

Das Labret Piercing wird (meistens in der Mitte) unterhalb der Lippe gestochen.
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Lippenbandpiercing

Mit dem Lippenbandpiercing ist meist das obere Lippenband gemeint (Mitte, Innenseite der Oberlippe). Das Lippenband ist sehr dünn, aber stabil. Daher ist das Piercing schnell verheilt und läßt sich problemlos tragen.
Allerdings kann leicht eine Reizung (Beschädigung) der Zähne und/oder des Zahnfleisches auftreten. Um diese Reizung zu minimieren, gibt es speziell an einer Seite abgeflachte Kugeln.
Ausheilung: 1-2 Wochen
Lobe

Das Lobe-Piercing - oder auch "Ohrloch" im Volksmund genannt ist das wohl am meisten verbreitete Piercing. Es wird oft mit der Pistole geschossen, wovon allerdings abzuraten ist. Ein Piercer sollte mehr Gefühl in den Fingern haben als am "Abzug" einer Pistole ;o)
Das Lobe-Piercing wird am äusseren Ohrrand hinauf gestochen und geht dann in das Helix-Piercing über. Fragt mal drei Leute wo Lobe aufhört und Helix anfängt. Ihr werdet 3 unterschiedliche Antworten bekommen. Also halten wir uns nicht mit Kleinigkeiten auf sondern verlieren noch einen Satz über das Weiten von Ohrlöchern. Das Lobe wird bei Piercingfans nämlich oft und gerne gedehnt. Siehe auch Flesh-Tunnel.
Ausheilung: 1-3 Wochen
Madonna

Das Madonna (oder auch Marilyn und Monroe) Piercing ist vom Prinzip her ein Labret Piercing an der Stelle an der einige Stars (z.B. Madonna) einen Schönheitsfleck (Muttermal) haben
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Medusa

Das Medusa Piercing wird in der Mitte oberhalb des Mundes gestochen und ist damit eine weitere Variation des Labret Piercings.
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Nostril

Das Nasen(wand)piercing ist das am weitesten verbreitete "Nasenpiercing". Auf keinen Fall sollte dieses Piercing mit einer Ohrlochpistole geschossen werden!
Ausheilung: ca. 4 Wochen
Prinz Albert

Das Prinz Albert Piercing ist eines der unkompliziertesten männlichen Genitialpiercings. Es heilt schnell und ist relativ einfach in der Pflege. Das Prinz Albert Piercing wird durch die Harnröhre direkt hinter die Eichel an der Unterseite des Penis gestochen.
Ausheilung: 2-4 Wochen
Rook

Das Rook-Piercing ist praktisch das Gegenteil vom Helix-Piercing. Es wird in der oberen Knorpel-Falte gestochen. Obwohl es harmlos aussieht und ja "am Ohr" ist, ist das wahrscheinlich eines der schmerzhaftesten Piercings, da es durch sehr dichte Knorpelstruktur gestochen wird.
Ausheilung: 2-3 Monate
Septum

Das Septum-Piercing wird durch das Mischgewebe (Haut/Knorpel) am unteren Ende der Nasenscheidewand gestochen.
Ausheilung: 2-3 Monate
Tragus

Das Tragus-Piercing wird durch den Knorpel gestochen der direkt vor dem Gehörgang sitzt.
Ausheilung: 3-6 Monate
Zunge

Oft werden wir gefragt, ob durch ein Zungenpiercing die Geschmacksnerven verloren gehen können. Deshalb hier ein paar Infos über die Zunge:
Diese Papillen sind für den Tast- und Geschmacksinn verantwortlich. Die Zunge teilt sich in verschiedene Geschmacksregionen wowir vier Geschmacksarten unterscheiden können:
Der Mensch hat ca. 7000 bis 9000 Geschmacksknospen. Die Lebensdauer der Geschmacksknospen beträgt nur etwa 5 bis 20 Stunden und die abgestorbenen Knospen werden laufend durch neugebildete ersetzt. Als Erstschmuck für das frische Zungenpiercing wird ein extralanger Barbell gesetzt, der sich im ersten Moment zwar viel zu lang anfühlt, aber notwendig ist, da die Zunge meistens durch die entstandene Verletzung anfängt anzuschwellen (manchmal auf das Doppelte ihres normalen Umfangs). Der verwendete Schmuck muss also die einige Tage andauernde Schwellung des Zungenmuskels ausgleichen. Nach vollständiger Abheilung wird der lange Barbell gegen einen kürzeren getauscht.
Das Zungenpiercing wird in der Regel in der Mitte der Zunge vertikal gestochen. Für den Einsatz muss ein sehr langer Barbell genutzt werden, da die Zunge nach dem Stechen anschwillt. Das wohl grösste Risiko eines Zungenpiercings betrifft nicht die Zunge, sondern den Zahnschmelz. Dieser kann durch übermässigen Kontakt (herumspielen oder versehentliches Zubeissen) mit dem Metall-Schmuck Schaden nehmen.